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Was versteht man unter Panikattacken ?

Bei einer Panikattacke handelt es sich um einen ganz plötzlichen Anfall von übermäßig großer Angst. Panikattacken äußern sich mit massiven körperlichen Symptomen, ausgesprochen negativen Gedanken und starken Angstgefühlen. Es kann zu Symptomen wie Schweißausbrüchen, Herzklopfen, Übelkeit, Atemnot, Schwindelgefühlen, Zittern, Schmerzen, Gefühl der Brustenge, Parästhesien, Hitzewallungen, Derealisation, Depersonalisation und Todesangst kommen. Eine Ursache oder ein Auslöser für die Panikattacke ist für die Betroffenen in der Regel nicht zu erkennen.

Eine Panikattacke dauert durchschnittlich etwa eine viertel Stunde, allerdings kommen auch längere oder kürzere Attacken vor. Ungefähr jeder siebte Mensch erlebt im Laufe seines Lebens eine Panikattacke. Dies muss jedoch noch kein Zeichen einer vorliegenden Erkrankung sein. Wenn die Panikattacken allerdings gehäuft vorkommen, muss abgeklärt werden, ob eine psychische oder körperliche Störung vorliegt. Panikattacken treten nicht nur bei Angststörungen auf, sondern auch bei vielen anderen psychiatrischen Störungen, wie z.B. im Rahmen von Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Depressionen und Suchterkrankungen. Auch bei körperlichen Erkrankungen, wie z.B. bei Herz-Kreislauferkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen und Gehirnerkrankungen können Panikattacken auftreten. Allerdings handelt es sich in über 90% der Fälle von immer wiederkehrenden Panikattacken um eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung. Meist tritt die allererste Panikattacke im Alter von 20-30 Jahren auf, deutlich seltener erst nach dem 50. Lebensjahr.

Das DSM-IV unterscheidet je nach dem Kontext des Auftretens drei Arten von Panikattacken: die unerwartete, die situationsgebundene und die situationsbegünstigte Panikattacken. Während die unerwartete Panikattacke spontan ausgelöst wird, erfolgt die situationsbedingte Panikattacke fast immer bei einer Konfrontation mit einem situativen Reiz, einem Auslöser, oder dessen Vorstellung. Von einer situationsbegünstigten Panikattacke spricht man, wenn durch phobische Objekte oder Situationen eine Panikattacke zwar begünstigt, aber nicht sofort nach der Konfrontation ausgelöst wird.

Zurzeit ist noch nicht völlig geklärt, was genau bei einer Panikattacke im Körper abläuft.

Es gibt jedoch viele Hinweise darauf, dass die Panikattacke im Hirnstamm entsteht, der das Alarmsystem des Körpers regelt und unter anderem die Atmung, den Herzschlag und andere vegetative Funktionen reguliert. Wissenschaftliche Untersuchungen an Familien und Zwillingspaaren haben ergeben, dass die Neigung zu Panikattacken höchstwahrscheinlich genetisch vererbt wird. In psychologischen Modellvorstellungen wird die Entstehung einer Panikattacke unter anderem auf eine übersteigerte Körperbeobachtung und eine Fehlinterpretation ungefährlicher Körperzeichen durch die Patienten zurückgeführt. Dies führt z.B. dazu, dass ein gelegentliches Herzstolpern als möglicher Herzinfarkt fehl gedeutet wird, wodurch es zu vermehrter Anspannung und Angst kommt. Dies wiederum führt zu vermehrten und zusätzlichen, eigentlich normalen körperlichen Stresszeichen, die jedoch von den Angstpatienten als Bestätigung ihrer Befürchtungen erlebt werden. Dieser "Teufelskreis der Angst" kann sich dann immer weiter fortsetzen.